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So isst man Kaya in Singapur – von Toast bis French Toast

6. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Okt.

Morgens in einem Kopitiam in Singapur: Erst hört man das Klappern der Tassen, dann steigt einem der Duft von frisch geröstetem Brot in die Nase. Kaya in Singapur, das bedeutet für die meisten genau diesen Moment – knuspriger Toast, kalte Butter, ein Kaffee daneben. Doch der Kokos-Pandan-Aufstrich kann noch einiges mehr. Er steckt in blättrigem Gebäck, wandert zwischen zwei Cracker und landet auf blau marmoriertem Klebreis. Zeit für eine kleine Runde durch die Varianten, samt einem French Toast, der sich zu Hause ganz einfach nachmachen lässt.

Kopitiam-Frühstück in Singapur mit Kaya Toast, French Toast, gedämpftem Brot, Crackern und Kaya Puffs

Der Klassiker: Kaya Toast mit Butter und weichem Ei

Alles beginnt mit dem Toast. Früher wurde das Brot über Holzkohle geröstet, heute übernimmt das meist ein Elektrogrill. Auf das warme Brot kommen Kaya und eine dicke Scheibe kalte Butter, die nur langsam schmilzt. Daneben stehen zwei weiche Eier, die mit Sojasauce und weißem Pfeffer gewürzt werden, und ein Kopi oder Teh, also Kaffee oder Tee nach lokaler Art. Bei Ya Kun, einer der bekanntesten Ketten der Stadt, gibt es den Toast sogar mit Kaya und Erdnussbutter. Wie der Klassiker zu Hause gelingt, zeigt unser Kaya Toast Rezept. Und wer tiefer in das Frühstück mit Kaya und weichem Ei einsteigen möchte, findet dazu einen eigenen Beitrag.

Kaya in Singapur abseits vom Frühstückstoast

French Toast mit Kaya

Auf vielen Kopitiam-Karten steht neben dem normalen Toast auch French Toast. Dafür wird das Brot in Ei getaucht, in der Pfanne ausgebacken und mit Kaya serviert. Die Idee erinnert an den French Toast aus Hongkong, den man dort in den Cha Chaan Tengs bekommt, den einfachen Imbisslokalen der Stadt. Er wird meist mit Erdnussbutter gefüllt, frittiert und kommt mit Butter und Kondensmilch auf den Teller. Die Kaya-Version ist etwas sanfter: In der Wärme wird der Aufstrich fast flüssig und verbindet sich mit der goldenen Eihülle.

French Toast mit Kaya zu Hause

Für eine Portion brauchst du zwei Scheiben weiches Toastbrot, einen guten Esslöffel Kaya, eine dünne Scheibe kalte gesalzene Butter, ein Ei, drei Esslöffel Milch, eine Prise Salz und etwas Butter für die Pfanne.

  1. Bestreiche eine Scheibe mit Kaya, lege die kalte Butter darauf und klappe die zweite Scheibe darüber.

  2. Verquirle Ei, Milch und Salz in einem tiefen Teller. Tauche das Sandwich kurz von beiden Seiten ein, aber lass es nicht einweichen.

  3. Backe es bei mittlerer Hitze in etwas Butter von jeder Seite zwei bis drei Minuten goldbraun.

  4. Halbiere es und iss es warm, gern mit einem Klecks Kaya obendrauf und einem Kaffee daneben.

Gedämpftes Brot: weich statt knusprig

Deutlich weicher geht es beim Steamed Bread zu, dem gedämpften Brot. Dickes, weiches Brot ohne Rinde wird mit Kaya und Butter belegt und kurz gedämpft. Danach ist es fluffig wie ein Dampfbrötchen, und die Butter zieht langsam ein – ein ganz anderes Gefühl im Mund als beim knusprigen Toast. Zu Hause genügt ein Dämpfeinsatz: ein Kaya-Butter-Sandwich in mundgerechte Stücke schneiden und etwa drei Minuten über kochendem Wasser dämpfen. Dann sofort essen, solange es heiß ist.

Kaya-Butter-Cracker: der Snack von früher

Mit den Crackern kehrt der Biss zurück. Zwischen zwei Cream Cracker kommen Kaya und ein dickes Stück Butter, mehr braucht es nicht. Ya Kun beschreibt seine Kaya-Butter-Cracker als beliebten Snack aus den guten alten Zeiten, der gut zum Kaffee passt. Und tatsächlich hat die Kombination etwas angenehm Unkompliziertes: außen knusprig und leicht salzig, innen süß und cremig. Zum Nachmachen reichen ungesüßte Cracker, Kaya und kalte Butter.

Kaya Puffs: süße Taschen aus Schichtteig

In den Bäckereien Malaysias und Singapurs liegt neben dem herzhaften Curry Puff oft sein süßes Gegenstück: der Kaya Puff, auch Kaya Kok genannt. Der Teig ist genauso flockig und geschichtet, gefüllt wird er aber mit Kaya statt mit Curry-Kartoffeln. Die halbmondförmigen Taschen kommen goldbraun aus dem Ofen. Mit gekauftem Blätterteig lässt sich das Prinzip leicht nachbauen: pro Tasche einen Teelöffel gut gekühlte Kaya, die Ränder fest verschließen, mit Ei bestreichen und backen.

Kaya Bun und Kaya Ball: Kaya für unterwegs

Für unterwegs steckt Kaya auch in Brötchen und kleinem Gebäck. Der Kaya Bun ist ein weiches Brötchen mit Kaya-Füllung, wie es viele Bäckereien in Singapur anbieten. Der Kaya Ball fällt kleiner aus: ein Teigbällchen mit Pandan-Kaya-Füllung, das in Paniermehl gewälzt und dann frittiert oder gebacken wird. Beides isst man bequem aus der Hand.

Kueh: Kaya auf Klebreis

Am weitesten vom Frühstückstoast entfernt sind die Kueh, kleine süße Happen aus der Peranakan-Küche. Für Pulut Tai Tai, auch Pulut Tekan genannt, wird Klebreis in Kokosmilch gedämpft, mit Schmetterlingserbsenblüten blau marmoriert und fest in eine Form gepresst. Die Stücke isst man mit Kaya, und traditionell gehört Pulut Tai Tai auch zu Peranakan-Hochzeiten. Der leicht salzige Reis und die süße Kaya ergänzen sich erstaunlich gut. Ein naher Verwandter ist Kueh Salat, auch Kueh Seri Muka genannt: Hier liegt eine kaya-ähnliche Pandan-Kokos-Creme als feste grüne Schicht direkt auf dem Klebreis.

Was all die Varianten verbindet

Ob Toast, Cracker oder Klebreis: Fast immer trifft die Süße der Kaya auf etwas Neutrales oder leicht Salziges – Butter, Reis, Teig. Genau dieser Kontrast macht den Reiz aus, und er erklärt, warum sich der Feinkost-Aufstrich auch in der eigenen Küche so vielseitig einsetzen lässt. Wer Kaya einmal anders probieren möchte, fängt am besten mit French Toast oder den Crackern an. Beides ist schnell gemacht und braucht kaum mehr als ein Glas Kaya; unsere gibt es als Original oder ohne Zuckerzusatz, im 275-g-Glas für 5,90 €. Und wenn danach die Neugier bleibt, holt man am Wochenende vielleicht auch den Dämpfeinsatz aus dem Schrank.

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